Rezension zu "Locked in" von Holly Seddon

Titel: »Locked in«

Autor: Holly Seddon

Erscheinungsdatum: 14.03.2016

 

Alex Dale ist eine erfolgreiche Journalistin gewesen, bevor der Alkohol ihr Leben zerstörte. Sie verlor ihren Job bei der »Times«, ihren Lebensgefährten und ihr Kind. Sie recherchiert auf einer Wachkomastation als sie Amy Stevenson, dort liegend, erkennt. Amy wurde 15 Jahre zuvor als vermisst gemeldet, und schwer verletzt aufgefunden. Der Fall war landesweit in allen Nachrichten zu lesen. Die Umstände, die dazu führten, wurden nie ganz aufgeklärt. Alex entscheidet sich dazu, die Wahrheit zu ermitteln. Dazu muss sie auch ihren Ex kontaktieren, der bei der Polizei arbeitet, um an Informationen zu kommen. Dessen Begeisterung hält sich zunächst in Grenzen darüber. Gleichzeitig muss sie ihre Alkoholsucht, in den Griff bekommen. Denn sonst bleibt ihr nicht mehr viel Zeit zu Leben.

Jacob besucht Amy regelmäßig, er hat sich als »Ehrenamtlicher« im Krankenhaus verpflichtet, sich zu den verschiedenen Wachkomapatienten zu setzen, mit ihnen zu reden, auch wenn diese nur dort liegen, als würden sie einen ewigen Schlaf, schlafen. Aber sein Hauptinteresse gilt eigentlich nur Amy.  

Amy scheint nicht bei Bewusstsein zu sein, scheint! Gefangen in ihrem gelähmten Körper, ist sie es doch, wenn auch mit ganz anderen Zeitgefühl, und die Frage stellt sich, wird sie mit den Aussenstehenden eines Tages kommunizieren können!?

Auf der Station, lernen sich Alex und Jacob schließlich kennen, und Jacobs Rolle bringt Alex letztendlich auf einen Weg, der zur Lösung führen könnte.

 

Holly Seddon schafft es mit interessanten parallelen Handlungssträngen, verschiedene Spannungsbögen, im großen Ganzem, zu spannen. Keiner davon ist lasch und die Abfolge ist zeitlich auch gut gesetzt. Für mich ist es immer wichtig, das der Autor nicht zu viel ausschmückt, um ein Buch nicht langatmig zu machen, die Dosis entscheidet. Holly Seddon hat hier gute Arbeit geleistet, ich wurde in die Geschichte gezogen, und konnte es von Anfang bis zum Ende flüssig durchlesen.

 

Sehr gut empfand ich auch die Sprache, die hier verwendet wird, sicher nicht zu anspruchsvoll, aber zweckmäßig einfach und verständlich. Es ist ein Buch, das halt von der Geschichte lebt. Die Handlung ist logisch, mir ist kein Widerspruch in sich, aufgefallen. 

 

Tatsächlich erinnert mich die Geschichte vom Geschehen und Ablauf her an »Der namenlose Tag« von Friedrich Ani. Beide Hauptakteure, beschäftigen sich mit einem Fall in der langen Vergangenheit, und müssen sich gleichzeitig mit ihren persöhnlichen »Geistern« auseinandersetzen. Wobei Ani sicherlich die schönere Sprache und Schreibe hat. Trotzdem ist es Holly Seddon auch gut gelungen.

 

Das Buch ist wirklich gut gelungen und war jede Minute wert, die ich mit ihm verbrachte, auch wenn es mir am Schluss schwerfiel, was aber daran lag, da meine Mutter in dieser Zeit verstarb. Da sie zunächst einen Schlaganfall hatte, und dann auch teilweise verwirrt wirkte, konnte ich mir auch nicht sicher sein, ob meine Mutter wirklich bei uns war mit ihrem Geist. Da kamen schon Parallelen zum Vorschein. Da meine Mutter am Samstag gestorben ist, werde ich das leider nicht mehr erfahren. Zumindest hat sie, nach Aussagen der Ärzte nicht gelitten. 

Das Buch wirkte halt nicht künstlich dramatisiert, ob Wach-Komapatienten, tatsächlich dieses Bewusstsein haben, wie es über Amy geschrieben ist, weiss ich nicht. Ich hoffe das Holly Seddon, hier gut recherchiert hat. Es wirkte im Gesamten alles, als könnte sich die Geschichte auch im wahren Leben abspielen. 

 

 

 Mein Fazit zum Buch:

 

Ich kann dieses Buch wirklich empfehlen. Da es eher eine Mischung von allgemeinen Roman und Kriminalroman ist, hat es sicher eine große Zielgruppe, und wird vielen Menschen auch zusagen.

 

Meine Bewertung: 4 Sterne von 5 möglichen, bedeutet sehr gut. 5 bekommen bei mir ja nur noch grandiose Werke ;)

 

Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit und das ihr meine Rezensionen lest.

 

 

LG euer Weltenwandler


Trailer zum Buch


Leseprobe

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Kommentare: 1
  • #1

    Ina Degenaar (Mittwoch, 20 April 2016 19:28)

    Wieder mal eine sehr gelungene Rezension :-) Ich habe vor einigen Jahren einen Artikel über einen ehemaligen Locked-In-Patienten gelesen, der nur durch die Beharrlichkeit seiner Frau es geschafft hat, wieder ins Leben zurückzufinden. Ein Albtraum, den man seinem ärgsten Feind nicht an den Hals wünscht.
    LG
    Ina